Lithiumchlorid‑Konzentration direkt im Prozess bestimmen
Ob Sorptionssole, Eluat aus der Lithiumgewinnung oder aufkonzentrierte Mutterlauge: Der LiquiSonic® Ultraschallsensor liefert den LiCl‑Gehalt fortlaufend aus der Leitung heraus. Keine Probenahme, keine Optik, kein Verschleißteil im Medium.
Sekündlich ein Wert
Der LiCl‑Gehalt steht laufend zur Verfügung, nicht erst nach der nächsten Schicht.
Chloridfeste Werkstoffe
Titan, Hastelloy und Beschichtungen für aggressive Salzlösungen.
Abstand zur Sättigung
Aufkonzentrierung mitverfolgen, bevor Salz ausfällt.
Robust gegen Gasblasen
Deutlich unempfindlicher als dichtebasierte Verfahren, in weiten Grenzen.
Wie misst man die Konzentration einer Lithiumchlorid‑Lösung inline? Über die Schallgeschwindigkeit. Ein LiquiSonic® Sensor sitzt direkt in Rohr oder Behälter, bestimmt Laufzeit und Prozesstemperatur und rechnet daraus den LiCl‑Gehalt in wt%. Die Messung ist unabhängig von Farbe, Trübung und Leitfähigkeit der Sole, braucht kein optisches Fenster und kommt ohne Probenahme aus. Weil Lithiumchlorid stark hygroskopisch ist, entfällt damit auch die Fehlerquelle der offenen Handprobe.
Was eine LiCl‑Lösung messtechnisch anspruchsvoll macht
Lithiumchlorid‑Lösungen arbeiten in ihren Anlagen meist nah an einer Grenze: hoch konzentriert genug, damit Sorption, Elektrolyse oder Eindampfung wirtschaftlich laufen, und gleichzeitig weit genug von der Sättigung entfernt, damit nichts auskristallisiert. Zwischen diesen beiden Punkten liegt oft nur ein schmales Fenster und die Konzentration verschiebt sich im Betrieb ständig, durch aufgenommenes Wasser, durch Verdampfung, durch Nachdosierung.
Was den Gehalt verschiebt
-
Wasseraufnahme im Absorber, Austrag im Regenerator
-
Verdampfungsverluste und Nachspeisung mit Frischwasser
-
Schwankende Feed‑Zusammensetzung in der Aufbereitung
-
Wechselnde Temperaturen zwischen Absorber und Desorber
-
Begleitsalze aus Rohsole oder Rückführströmen
Was daraus folgt
-
Kristallausfall in Wärmetauschern, Packungen und Düsen
-
Sinkende Sorptions‑ oder Ausbeuteleistung bei zu dünner Lösung
-
Höherer Energieeinsatz im Regenerator oder Eindampfer
-
Lochfraß und Spaltkorrosion an ungeeigneten Werkstoffen
-
Teures Salz geht mit ausgeschleusten Chargen verloren
Grenzen üblicher Verfahren
-
Titration und Laboranalyse: belastbar, aber immer rückwärtsgerichtet
-
Handprobe: die hygroskopische Lösung verändert sich bis zur Messung
-
Leitfähigkeit: im hohen Salzbereich kaum noch trennscharf
-
Dichte‑ und Coriolis‑Messung: empfindlich gegen mitgeführtes Gas
-
Refraktometer: Fenster verkrustet und muss gereinigt werden
LiquiSonic®: die Sole misst sich selbst
Zwischen den beiden Schenkeln der Messgabel läuft ein Ultraschallimpuls durch die Salzlösung. Der Messweg ist bekannt, die Laufzeit wird hochauflösend erfasst. Daraus ergibt sich die Schallgeschwindigkeit und, zusammen mit der gemessenen Temperatur, die Konzentration.

Klare Lösung oder trübe Sole: gleicher Messwert
Schall breitet sich unabhängig von Farbe, Transparenz und elektrischer Leitfähigkeit aus. Was optische und leitfähigkeitsbasierte Geräte stört, spielt hier keine Rolle.
Temperatur ist Teil der Messung
Jeder Sensor erfasst die Prozesstemperatur mit und rechnet ihren Einfluss auf die Schallgeschwindigkeit direkt heraus. Wechsel zwischen Absorber und Regenerator sind damit abgedeckt.
Werkstoff nach Medium
Chloridhaltige Lösungen greifen Standard‑Edelstahl an. Wir fertigen die medienberührten Teile deshalb auch aus Titan oder Hastelloy, alternativ mit Beschichtung.
Sensor und Auswertung getrennt aufstellbar
Die Verbindung zum Controller ist digital und bis 1.000 m störsicher. Der Anzeigeort muss nicht der Messort sein.
Der Messwert am Prozess
Der LiquiSonic® Controller zeigt den aktuellen Wert vor Ort an und gibt ihn parallel an die Leittechnik weiter. Bis zu vier Sensoren lassen sich an ein Gerät anschließen, etwa arme und reiche Sole im selben Kreislauf.
Der Hauptwert steht im Vordergrund
Konzentration groß und aus Entfernung ablesbar, mit Einheit, dazu die Temperatur.
Grenzen sichtbar hinterlegt
Die Balken zeigen, wo der Wert innerhalb des zulässigen Fensters liegt und wie weit es noch bis zur Warngrenze ist.
Verlauf statt Momentaufnahme
Die Trendansicht macht sichtbar, ob die Sole abdriftet und in welche Richtung, lange bevor eine Grenze erreicht ist.

Technischer Hintergrund
Gelöstes Lithiumchlorid verändert Dichte und Kompressibilität des Wassers und damit die Geschwindigkeit, mit der sich Schall darin ausbreitet. Sender und Empfänger stehen in fester Geometrie zueinander, sodass aus der Laufzeit ein absoluter Wert entsteht. Dieser driftet nicht und muss nicht regelmäßig nachjustiert werden. Die Zuordnung von Schallgeschwindigkeit und Temperatur zur Konzentration hinterlegen wir als Produktdatensatz für Ihre konkrete Lösung.
In Regeneratoren, an Pumpen und nach Entspannungsstufen führt die Sole oft Gas mit. Die Ultraschallmessung verträgt davon deutlich mehr als dichtebasierte Verfahren, aber auch sie hat eine Obergrenze. Blasen verändern das empfangene Signal charakteristisch: Der Sensor erkennt das bis zu einem gewissen Grad und meldet es, statt still einen falschen Wert auszugeben.
Reine LiCl‑Wasser‑Systeme sind der einfache Fall. Bleiben Begleitsalze aus Rohsole oder Rückführung in bekannten, engen Grenzen, wird das bei der Auslegung berücksichtigt. Schwankt eine zweite Komponente stärker, lässt sich durch eine zusätzliche Messgröße auch der Gehalt zweier gelöster Stoffe im selben Trägermedium getrennt bestimmen. Ob das in Ihrem Fall nötig ist, klären wir vorab anhand Ihrer Analysen.
Was die Inline‑Messung einbringt
- Routineproben und Titrationen werden seltener gebraucht
- Nachdosierung läuft nach Messwert statt nach Erfahrung
- Kein Personal am offenen Behälter für die Probenahme
- Eindampfung und Regeneration nur so weit wie nötig fahren
- Sicherheitszuschläge auf die Zieldichte lassen sich verkleinern
- Weniger verworfene Ansätze, weniger Lithiumverlust
- Annäherung an die Sättigung wird früh sichtbar
- Weniger Spül‑ und Reinigungsstillstände an Wärmetauschern
- Lückenlose Aufzeichnung für Qualitätsnachweis und Audit
Auslegung für Ihre Anlage
Werkstoffe
Sensoren fertigen wir aus unterschiedlichen Materialien. Für chloridhaltige Medien wie LiCl‑Sole kommen neben Edelstahl vor allem Titan und Hastelloy in Frage, dazu Beschichtungen wie PFA, ETFE oder Halar. Welche Variante passt, hängt von Konzentration, Temperatur und Begleitstoffen ab. Nennen Sie uns Ihre Analyse, wir empfehlen den Werkstoff.
Einbau
- Einbaulängen von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern
- Flansche, Gewinde und Clamp‑Anschlüsse nach Norm
- Adapter für enge Leitungen und für Behältereinbau
- Ex‑Ausführungen für die üblichen Anforderungen verfügbar
Sonderbauformen und OEM
Passt keine Standardvariante, konstruieren wir die Bauform um Ihre Einbausituation herum, auch für Serienmaschinen in kleiner Stückzahl.
Kurzüberblick
Messbereich, Genauigkeit, zulässige Temperatur und Druckstufe hängen von Ausführung und Applikation ab und beeinflussen sich gegenseitig. Wir legen den Sensor gemeinsam mit Ihnen aus und nennen die belastbaren Werte für Ihren Prozess.
-
Messprinzip: Ultraschall‑Laufzeitmessung, temperaturkompensiert, inline
-
Messgrößen: LiCl‑Konzentration, Temperatur, Hinweis auf Störgrößen wie Gasblasen
-
Werkstoffe: Edelstahl, Titan, Hastelloy, Beschichtungen nach Medium
-
Einbau: Rohrleitung, Behälter oder Bypass, Länge und Anschluss nach Applikation
-
Schnittstellen: Analog‑ und Digitalausgänge, Modbus, Profibus, Profinet, Ethernet/IP
-
Wartung: wartungsfrei, Werkskalibrierung, keine Verschleißteile
Wo LiCl gemessen wird
Eluat aus der Sorption, Waschlösungen, Eindampfstufen bis zur Vorlage für die Weiterverarbeitung. Der Sensor zeigt, wann die Zielkonzentration erreicht ist, ohne dass jemand eine Probe zieht.
LiCl‑Sole als flüssiges Trockenmittel. Arme und reiche Sole lassen sich getrennt erfassen, sodass Absorber und Regenerator aufeinander abgestimmt gefahren werden können.
Salzhaltige Wärmeträger und Absorptionsanlagen. Verdünnung durch Leckage oder Kondensat fällt auf, bevor Frostschutz oder Kälteleistung nachlassen.
Seit über 35 Jahren auf Konzentrationsmessung spezialisiert
SensoTech entwickelt und fertigt Inline‑Analysenmesstechnik in Magdeburg‑Barleben. LiquiSonic® Systeme arbeiten weltweit in Säure‑ und Laugenanwendungen, in der Chemie, in der Lebensmittelproduktion und in der Halbleiterfertigung.
35+
50+
ISO 9001
Qualitätszertifiziert
Häufig gestellte Fragen
Gemessen wird die Schallgeschwindigkeit, ausgegeben wird das, was Sie brauchen. Für ein Zweistoffsystem aus Lithiumchlorid und Wasser lässt sich daraus die Konzentration in wt% ableiten; ebenso können wir den Wert als Dichte darstellen. Anders als bei einer reinen Dichtemessung ist das Signal dabei nicht auf die Massenverteilung angewiesen und reagiert deutlich weniger empfindlich auf mitgeführtes Gas.
Sensoren können aus verschiedenen Werkstoffen gefertigt werden. Bei LiCl‑Solen ist Standard‑Edelstahl je nach Konzentration und Temperatur anfällig für Loch‑ und Spaltkorrosion; dann kommen Titan oder Hastelloy zum Einsatz, alternativ eine Beschichtung aus PFA, ETFE oder Halar. Die Auswahl treffen wir anhand Ihrer Medienanalyse.
Meist an Folgeerscheinungen: Die Sorptionsleistung lässt nach, der Regenerator braucht mehr Dampf, oder an einem Wärmetauscher setzt sich Salz ab. Bis dahin sind oft Tage vergangen. Eine kontinuierliche Messung zeigt die Verschiebung schon in dem Zeitraum, in dem noch nachdosiert oder die Regeneration angepasst werden kann.
In den meisten Fällen ja. Das Ultraschallverfahren verkraftet einen erheblich höheren Gasanteil als dichtebasierte Messungen, hat aber ebenfalls eine Grenze. Innerhalb dieser Grenze lässt sich mitgeführtes Gas anhand des Signalverlaufs erkennen und als Hinweis ausgeben. Wie viel Gas Ihre Messstelle verträgt, hängt von Einbauort und Strömung ab — das schauen wir uns bei der Auslegung an.
Bleiben sie in bekannten, engen Grenzen, werden sie im Produktdatensatz berücksichtigt und die LiCl‑Konzentration bleibt belastbar. Schwankt eine zweite Komponente stark, lässt sich mit einer zusätzlichen Messgröße auch der Gehalt von zwei gelösten Stoffen im gleichen Trägermedium getrennt bestimmen. Schicken Sie uns die Bandbreiten Ihrer Analyse, dann sagen wir, welcher Weg trägt.
Es verschiebt die Rollen. Die Inline‑Messung übernimmt die laufende Überwachung und Regelung, das Labor bleibt für Referenz und Freigabe zuständig. In der Praxis sinkt die Zahl der Routineproben deutlich, weil nicht mehr jede Frage nach dem aktuellen Gehalt über eine Probe beantwortet werden muss.
Im Sekundentakt. Für Konzentrationsänderungen in Kreisläufen und Eindampfstufen ist das reichlich schnell; auch kurze Störungen wie ein Schwall Frischwasser bleiben damit sichtbar.
Ja. Für explosionsgefährdete Bereiche stehen entsprechende Ausführungen bereit; die üblichen Anforderungen können wir bedienen. Nennen Sie uns Ihre Zoneneinteilung und die geforderte Zulassung, dann stimmen wir die Variante darauf ab.
Nein. Die Geometrie des Messspalts ist fest, die Laufzeitmessung liefert einen absoluten Wert. Es gibt keine Membran, kein Fenster und keine bewegten Teile, die sich verändern könnten. Die Werkskalibrierung bleibt über Jahre gültig.
In aller Regel ja. Es gibt Flansch‑, Gewinde‑ und Clamp‑Varianten, unterschiedliche Einbaulängen sowie Adapter für kleine Querschnitte und für den Einbau in Behälter. Für enge Platzverhältnisse konstruieren wir auch Sonderbauformen.




































